14. JUNI 2019



ENTHÄLT UNAUFGEFORDERTE WERBUNG

Paris, mon amour!

Paris an einem Wochenende? das geht!

Paris, Stadt der Liebe, Sehnsuchtsort für die Romantiker unter uns. Und ich mittendrin. Viel Zeit bleibt mir nicht, diese Stadt allumfänglich für mich zu vereinnahmen und in punkto Sehenswürdigkeiten komplett zu erschließen, denn ich habe gerade mal zwei knappe Tage, um einen ersten Eindruck von der französischen Metropole zu bekommen. Im Hotel, unweit des Place de Bastille, klärt man mich in meiner Unwissenheit sofort darüber auf, dass wir uns bereits mitten im Zentrum von Paris befinden. Doch wo und was ist denn nun genau das Zentrum? Konkret möchte ich Notre Dame, das Louvre, die Champs-Élysées, den Eiffelturm und was auch immer es noch zu entdecken gibt, sehen. Eine klare Ansage meinerseits ergibt am Ende der Diskussion eine klare Auskunft darüber, dass sich das Zentrum entlang der Seine und (Ausnahmen bestätigen die Regel) noch viel weiter, bis tief in die Innereien von Paris erstreckt. So weitläufig verteilt sind also sämtliche Sehenswürdigkeiten, die man sich hoffentlich entspannt bei einem Bummel entlang der Seine erschließen kann. Eine Stunde fußläufig würde es wohl vom Hotel ausgehend bis zum Eiffelturm dauern, so die Einschätzung des Rezeptionisten.

 

Entlang der Seine, immer geradeaus, findet man alle Sehenswürdigkeiten

Kein Problem, denke ich mir. Eine Stunde ist fast gar nichts, insbesondere dann nicht, wenn man rechts und links des Seineufers fast alle wichtigen Denkmäler, Museen und historischen Stätten auf einen Streich abarbeiten kann, von wenigen Ausnahmen, wie dem Sacré-Coeur, mal abgesehen. Zumindest scheint Paris nicht zu den Großstädten zu gehören, die unübersichtlich, verwinkelt und daher schwer zu erschließen sind. Somit gibt es hier kein unüberschaubares Stadtlabyrinth, in dem man orientierungslos hin und her irren muss, um seinen Weg zu finden. Nichts ist doch schlimmer, als sich in einer fremden Stadt unnötigerweise zu verlaufen, ist dann der Frust sogleich vorprogrammiert.

 

Paris macht es mir wirklich leicht, zumal meine Zeit recht knapp bemessen ist und ich selbstverständlich möglichst viel vom Flair, Charme und von den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt mitbekommen und für meine Erinnerungen abspeichern möchte. Ganz zu schweigen von der Kulinarik und den Gourmettempeln, für die ich zum Genießen auch noch das entsprechende Zeitfenster erübrigen wollte. Auch wenn es den Eindruck machen sollte, dass der Ablauf meines Paris Besuchs irgendwie stringent durchgetaktet ist, so habe ich tatsächlich überhaupt keinen Plan und lasse mich einfach nur vom Rythmus dieser Stadt mitreißen.

 

 

Vom Hotel ausgehend spaziere ich daher vorbei an pittoresken Straßencafés, lasse mich von dem pulsierenden Leben durch die beschaulichen Straßen, die von hochherrschaftlichen zivilen Bauten im neoklassizistischen Stil gesäumt sind, treiben und gelange nach gerade mal zehn Gehminuten an das rechte Seineufer. Von dort aus laufe ich einfach gerade aus weiter und lasse meinen Blick immer mal wieder nach links und rechts schweifen. Als erstes tritt die Kathedrale von Notre Dame in mein Blickfeld. Schön, denke ich, auch wenn diese monumentale gotische Sehenswürdigkeit durch den verheerenden Brand an baulichem Wiedererkennungswert stark eingebüßt hat. Später werde ich mir das ganze Malheur einmal aus der Nähe ausschauen.

 

Weiter geht es rechter Hand vorbei am eindrucksvollen Rathaus, am Louvre über die Seine in Richtung des Museums d´Orsay. Die Tuilerien, die sich vom Louvre bis zum Obelisque de la Concorde erstrecken, hebe ich mir für den Rückweg auf. Jetzt will ich erst einmal zum Eiffelturm. Fast zwei Stunden später habe ich es endlich geschafft. Ich stehe vor dem herausragendsten Monument Europas und staune Bauklötze. Stolz ragt dieses prächtige Bauwerk, welches eigens für die Weltausstellung im Jahr 1889 errichtet wurde, wie aus dem Boden gestampft, stolz vor mir auf. Wenn es ein Wahrzeichen gibt, das zweifelsohne für Paris steht, dann ist es für mich ohne Frage der Eiffelturm. Ich bin ergriffen. So eindrucksvoll hatte ich ihn mir in echt nicht vorgestellt.

 


Der eiffelturm in paris - ein Muss!

Leider ist aber kein Herankommen an den eisernen Gerüstbau. Großzügig und weitläufig umzäunt von einer hohen Mauer erhalten nur die zahlenden Touristen Einlass. Schade. Ich mache mich auf, zurück zu den Tuilerien, in denen ich erstmal ein wenig verschnaufe, denn Paris ist wahnsinnig anstrengend, vor allem zu Fuß. Obgleich als grüne Lunge der Stadt nicht ganz ausreichend, entkommt man innerhalb der Tuilerien dem Straßenlärm und den Benzinschleudern doch recht gut. Die königliche Gartenanlage ist wunderschön begrünt und mit ästhetischen Blumenrabatten hier und da versehen. Am Ausgang der Tuilerien gelange ich direkt durch den Miniaturtriumphbogen in den Innenhof des Louvre. Staunend und ein bisschen überwältigt nehme ich den wahrscheinlich größten Museumskomplex Europas, wenn nicht sogar den größten auf der Welt, in Augenschein. Unglaublich. Wieviele Tage bräuchte man wohl, um sich die komplette Ausstellung in Ruhe und allumfassend anzuschauen? Ich wage nicht darüber nachzudenken, denn dafür müsste ich wohl noch etwa zwei weitere Wochen in Paris einplanen, um diesem Traum näher zu kommen.

 

abstecher auf die Îles de la Cité

Was jetzt nicht ist, könnte ja noch bei einem Folgebesuch was werden. Mal sehen. Für heute reicht es mir noch einen letzten Abstecher auf die Îles de la Cité zu machen: die Insel in der Seine, auf der sich die Kathedrale von Notre Dame befindet. Dort angekommen erlebe ich zum ersten Mal an diesem Tag etwas Ruhe. Wenig Menschen treiben sich auf den engen Gassen herum. Belebt war es an der Seine, im Museumsviertel des Louvre und ganz besonders am Eiffelturm. Hier ist alles überraschend still, geordnet und übersichtlich. Ich atme auf. Endlich bin ich den Massenströmen von Touristen entkommen. Vergnügt schlendere ich durch die kleinen, verzaubernden Straßen, die von etlichen charmanten Restaurants und Cafés gesäumt sind und entscheide mich für ein kleines unauffälliges Café, in dem ich meine müden Beine und meinen Geist erstmal zur Ruhe bringe. Naturellment bei einem soliden französischem Essen, begleitetet von einem Gläschen Rotwein, lasse ich diesen Tag ausklingen und träume, wie fast jeder, von Paris und von der Liebe!

 

noch schnell die Basilika von Sacré coeur besichtigen

Gleich am nächsten Tag, der auch mein letzter ist, mache ich mich mit der Metro auf zur Basilika Sacré Coeur, um auch dort gleich wieder von Menschenmassen überrollt zu werden. Gut, dass das Areal, auf dem sich die Basilika erhebt, groß, begrünt und weit außerhalb vom Pariser Zentrum befindet. Die Temperaturen liegen fast bei 30 Grad, so dass man es in der zubetonierten Innenstadt, selbst an der Seine, schwer aushält. Ich genieße daher oberhalb des Sacré Coeur die fantastische Aussicht auf die Innenstadt von Paris und verweile den ganzen Vormittag in der grünen, parkähnlichen Anlage im Schatten.

 

und nicht zu vergessen: die Champs-Élysées!

Später nehme ich ein modernes französisch-amerikanisches Mittagessen zu mir, unweit von L´arc de Triomphe, in einem schicken Restaurant, idyllisch eingebettet in eine scheinbar bessere Wohngegend von Paris. Kein Wunder, denn wir befinden uns in unmittelbarer Nähe der Champs- Élysées, der prunkvollsten Einkaufsstraße schlechthin. Und ja, die Champs-Élysées sind prächtig, groß und schön - aber auch schön teuer. Für den großen Geldbeutel ist hier alles kein Problem. Die auserwähltesten französischen und auch internationalen Boutiquen warten nur darauf, lukrative Geschäfte mit zahlungsfreudigen und liquiden Kunden zu tätigen. Nichts für mich, aber dennoch ein Erlebnis, von Schaufenster zu Schaufenster zu wandern und die Auslagen zu bestaunen, denn Inspiration holen kostet schließlich nichts.

 

Danach geht es wieder entlang der Seine zurück zum Hotel. Dabei werfe ich nochmal einen letzten Blick auf die Stadt und auf den sich in der Ferne am Horizont abzeichnenden Eiffelturm. Ich denke an die Lebendigkeit und den Esprit, den diese Stadt ausstrahlt und resümiere, dass Paris faszinierend, inspirierend, erlebnisreich und aufregend ist. Doch verliebt habe ich mich nicht, nicht in diese Stadt, die mir andererseits viel zu laut und viel zu hektisch ist - und teils auch nicht so charmant erscheint, wie ich sie mir in meiner Fantasie ausgemalt hatte.

 

Lieber träume ich aus der Ferne weiter von Paris und lasse ganz galant allen anderen den Vortritt, die sich auf die französische Lebensart besser verstehen als ich. Bonne chance et adieu, Paris! Vielleicht a bientôt!


Recommendations:


  • Erschließung aller wichtigen Hauptsehenswürdigkeiten entlang der Seine
  • Restaurants und kleine Cafés nähe Place de Bastille
  • Innenhof des Louvre, die Tuilerien zum Ausruhen und frische Luft tanken
  • Absolutes "Muß": der Eiffelturm
  • stilles Refugium mit netten Gassen und charmenten Cafés Îles de la Cité
  • Bootstour auf der Seine
  • Basilika von Sacré Coeur

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