18. SEPTEMBER 2019



esslingen, Stadt der prickelnden Lebensart

Klein Venedig

 

Ich ziehe meinen kleinen Koffer durch die Fußgängerzone von Esslingen hinter mir her und höre das penetrante Klacken meiner beiden Kofferrollen. Kein Wunder, denke ich mir, denn der Gehweg ist kopfsteingepflastert, so wie es sich für eine historische Altstadt gehört, die 1200 Jahre Stadtgeschichte unbeschadet überstanden hat. Tatsächlich hat der Kreisstadt Esslingen, die sich unweit der Landeshauptstadt Stuttgart befindet, der 2. Weltkrieg rein gar nichts anhaben können. Sie gehört sogar zu einer der wenigen Städte innerhalb Deutschlands, die kulturell und architektonisch eine einzigartige Vielfalt zu bieten hat und dabei ihresgleichen sucht.

 

Aber noch wandele ich auf den Spuren dieser romantischen Fachwerkstadt, bereit dazu, in den kommenden Tagen, viele Sehenswürdigkeiten zu entdecken, kulinarische Highlights zu erleben und den Charakter dieser zauberhaft anmutenden Kleinstadt vollumfänglich zu erfassen. Doch im Moment merke ich lediglich, wie mir die Hitze ein wenig zu schaffen macht. Es sind die letzten Sommertage, die sich hier in Esslingen von der mildesten, fast schon mediterranen Seite zeigen. Umrandet von Weinbergen mutet dieses Fleckchen „Heile Welt“ ganz besonders lieblich an. Bin ich wirklich im „Ländle“ gelandet oder habe ich eventuell gar nicht mitbekommen, dass wir den Brenner schon passiert haben und irgendwo in Italien gestrandet sind. Dieses Bild von Esslingen hat so gar nichts mit dem Baden Württemberg zu tun, dass ich vor mehr als 12 Jahren verlassen habe, um mich im Norden Deutschlands neu zu orientieren.

 

 

Vielmehr scheine ich gerade dem Reiz dieses beschaulichen, sehr ästhetischen Ortes zu verfallen. Kein Trubel, keine Menschenmassen, keine Hektik, kein Gedränge. Hier steht die Welt tatsächlich ein bisschen stiller, gehen die Uhren etwas langsamer und auch der Trott, in dem man sich fortbegebt, folgt einem fast behäbigen, entspannten Rhythmus.

 

Durch die Fußergängerzone hindurch laufe ich noch wenige Meter weiter bis sich vor mir ein weiter Platz öffnet. Dort direkt vor mir ragt der Schelztorturm aus dem 13. Jahrhundert empor, der zu einem der drei letzten erhaltenen Türme seiner Art zählt. Oben aus dem Turmfenster heraus balanciert auf einem schmalen Steg ein kleines Männlein: der Skywalker von Esslingen, der von dem Künstler Huber von der Goltz in den 80iger Jahre des 20. Jahrhunderts erschaffen wurde und vom Turm so gar nicht mehr wegzukriegen ist.

 

Nur ein paar Schritte weiter, bleibe ich vor einer einzigartigen Kulisse stehen. Ich blicke rechter Hand vom Turm auf den Roßneckarkanal auf dessen Insel sich die „ Alte Zimmerei“ befindet, die nur noch von der Stadtkirche St. Dionys im Hintergrund gesäumt wird. Was für ein absolut fotogenes Bild! Wahrscheinlich sogar das fotogenste Motiv, dass man in Esslingen schießen kann. Fast meine ich wirklich in Italien zu sein, wären da nicht die typischen Fachwerkhäuser, die so typisch und unverkennbar deutsch sind.

 

der historische marktplatz

 

An der Stadtkirche St. Dionys vorbei, deren Basilika zwischen 1220 - 1315 entstand und mit ihren mittelalterlichen Glasfenstern, den größten Schatz bundesweit beherbergt, steuere ich am Kielmeyerhaus, eines der schönsten Fachwerkhäuser Esslingens, direkt auf den vor mir liegenden Marktplatz zu. Mein Gott, wie schön. Um mich herum, wohin ich auch blicke, erahne ich Geschichte, erspähe ich bunt verkleidete und verschnörkelte Fassaden, sichte ich ein Fachwerkhaus nach dem anderen und spüre einen Zauber, dem ich mich kaum entziehen kann.

 

Dort am Marktplatz befinden sich  altes und neues Rathaus. Letzteres ist auch der Sitz des amtierenden Bürgermeisters von Esslingen. Unweit vom Zentrum des Marktplatzes liegt der Speyer Pfleghof, der noch heute eine der ältesten Sektkellereien beherbergt, nämlich die der Kessler Sektmanufaktur. Unzählige, kleine und sehr feine Cafés, Bistros und für die Region so typische Besenwirtschaften, zieren das Innenleben der Fachwerkbauten und sind auch draußen vor den Eingängen bestuhlt und mit Sonnenschirmen ausgestattet. Lebendig ist das Bild und das sanfte Treiben lädt zur Einkehr und zum Verweilen auf ein Glas Wein und ein gutes schwäbisches Schmankerl ein.

 

 

Fasziniert und fast erschlagen von den vielen Eindrücken, setze ich mich erstmal mit dem Rücken zum neuen Rathaus auf eine Bank und betrachte eingehend das in meinem Blickfeld liegende "Alte Rathaus". Dann schlägt die Turmuhr plötzlich zur vollen stunde und es erklingt eien mir nicht unbekannte Melodie. Es ist die Arie: La Donna é mobile aus Verdi´s Rigoletto. Sehr, sehr lange lausche ich dem Glockengeläut, für das ich noch nicht mal Eintritt bezahlen muss. Als das eimalige musikalische Spektakel vorbei ist, erhebe ich mich und setze meine Erkundungstour durch den mittelalterlichen Kern fort.

 

fachwerkzauber in der altstadt

 

Dabei entdecke ich, dass das alte Rathaus zwei Gesichter hat: die Nordseite, die in der Formensprache der Rennaissance erbaut wurde und die Südfassade, die von dem mittelalterlichen Baustil des 15. Jahrhunderts geprägt wurde. Mein Spaziergang führt mich durch enge Gassen, vorbei an unzähligen weiteren Fachwerkbauten, entlang an Neckarkanälen,  liebevoll eingerichteten Cafés und traditionellen Schankwirtschaften. Wein wird in dieser Stadt groß geschrieben. Hier bekommt man bei einem guten schwäbischen Essen eine gut sortierte Auswahl an erlesenen Weinen, die von rot, rosé über weiß allesamt vorzüglich munden. 

 

 

Erstaunlich erscheint mir der wirklich gut erhaltenen mittelalterlichen Kern. Nicht ein einziges Haus ist zerfallen, die Fachwerksubstanz stabil und wie aufpoliert neu, was nur allein dadurch zu erklären ist, dass die Mehrzahl der alten Fachwerkbauten als Wohnraum genutzt wird. Teils mühsam und mit viel Liebe zum Detail restauriert und wieder aufgearbeitet, strahlt jedes einzelne Bauwerk den Charme längst vergangener Zeit aus und fügt sich dennoch wie selbstverständlich in das „Heute“.

 

 

Als ich nach einem guten Mittagessen in einer der Besenwirtschaften am Marktplatz nochmal eine Runde um den Altstadtkern und die Stadtkirche St. Dionys drehe, entdecke ich per Zufall den Speyrer Pfleghof, in dem die Sektkellerei Kessler, die seit 1864 existiert, untergebracht ist und den besten aller Schaumweine im gesamte Land produziert. Direkt neben dem alten Rathaus befindet sich der Kessler Showroom, der sowohl Ausstellungsraum als auch Verkaufsraum in einem ist.

 

Etwas vorsichtig schaue ich durch die Schaufensterauslage in das Inneleben, bestaune die edlen Sektflaschen und frage mich neugierig, wie wohl so ein Kessler Sekt zu schmecken hat und was dieses edle Tröpfen prickelnder Freude wohl kosten mag. Leider traue ich mich nicht, einen Fuß über die Schwelle der Probierstube zu setzten, obwohl ich nur wenige Tage später mit großer Verwunderung und Überraschung feststellen muss, dass ein jeder Esslinger sich morgens zum Frühschoppen beim Kessler einfindet und 1 oder 2 Gläschen Sekt genießt, einfach so, als wäre es das normalste auf der Welt.

 

 

Nachdem ich nach fast drei Stunden Sight-Seeing müde und sehr erschöpft den Rückweg in mein Hotel antrete, freue ich mich bereits auf den nächsten Tag, der sicherlich vollgepackt sein wird mit vielen weiteren erlebnisreichen Highlights. Mein Weg führt mich nun in Richtung Neckarforum, wo im Jahr 2003 die Stadthalle Esslingens errichtet wurde, die als Tagungszentrum mittlerweile zu den Top Ten Addressen Deutschlands zählt. Dort befindet sich auch mein Hotel, dass als Geheimtipp erwähnenswert ist, da es die Dachterasse mit dem schönsten Blick über die Stadt Esslingen hat. Ganz besonders an einem lauschigen Sommerabend, wenn es langsam dämmert und die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, ist die Aussicht vom Dach des Hotels einfach atemberaubend schön und schon allein deswegen Grund genug, dort und nirgendwo anders zu übernachten.

 


die fußgängerzone


 

Auch am Folgetag bin ich voller Tatendrang und tauche bei meinem Rundgang durch die Kopfsteingepflasterten Gassen von Esslingen voll und ganz in die Vergangenheit ein. Auf meiner Reise durch 12. Jahrhunderte, entdecke ich gotische Kirchen, mittelalterliches Fachwerk, dass wie selbsverständlich als Wohnraum genutzt und integraler Bestandteil der Gegenwart ist, sowie barocke Adelspalais und verwunschene Wasserkanäle. Klein Venedig lässt grüßen. 

 

 

In der Fußgängerzone, die heute sehr belebt ist, lasse ich mich mit dem Strom treiben und genieße den wohl letzten warmen Sommertag bei einem Kaffee. 

 

 

 

 

 


markttag in Esslingen


 

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winzerviertel


 

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auf den Spuren der Weinwege


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aussichtspunkt dicker turm


 

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Esslingen bei nacht


 

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