26. MAI 2019



Wenn Träume Fliegen lernen

 

Träume sind etwas ganz Besonderes. Träume animieren uns dazu, das Leben in der Idealversion zu sehen und helfen uns im allerbesten Fall auch danach zu streben. Wer keine Träume hat, ist nicht lebendig, ist nicht inspiriert und hat auch keine Ziele. Denn nur der Traum beflügelt uns in unserem Denken, Tun und Sein! Doch nicht immer Handeln wir gemäß unserer Träume. Viel zu groß ist oftmals die Angst, an ihnen zu scheitern, ja, mit ihnen unterzugehen.

 

Deshalb vergraben wir die Träume von Anfang an in dem hintersten Winkel unserer Sehnsüchte und lassen sie dort unberührt ihr trostloses Dasein fristen. Irgendwann wiegt aber der Druck auf unserer Seele so schwer, dass wir uns unserer Träume wieder entsinnen und begreifen, dass wir endlich anfangen sollten sie auch zu leben.

 


 

Entgegen aller Annahmen, dass Bäume und auch Träume nicht in den Himmel wachsen können, bin ich tatsächlich der Überzeugung, dass es für das eigene sinnbringende Leben wichtig ist, seinen Träumen Flügel zu verleihen, damit sie zumindest an den Himmel heranreichen. Dazu braucht es Durchhaltevermögen, Standhaftigkeit und den unbändigen Willen an sich zu glauben, egal, was die Welt da draußen über einen denkt oder meint.

 

Doch genau die Meinung der Anderen lässt uns oftmals an den eigenen Überzeugungen scheitern. "Das schaffst Du doch sowieso nicht", ist so ein Standardspruch, den man von jener Gattung Mitmensch hört, die an sich selbst nicht glaubt, neidisch ist oder vielleicht auch nur provizieren will.

 


 

"Warum machst Du denn jetzt auch noch einen Blog? Es gibt doch bereits Millionen von Bloggern weltweit. Glaubst Du wirklich, dass Du damit irgendetwas bewegen kannst?" Meine ehrliche Antwort darauf lautet: Nein, ich weiß es nicht! Ich weiß tatsächlich nicht, ob ich irgendetwas verändern, bewegen, verbessern oder zu der riesengroßen Bloggercommunity beitragen kann. Eigentlich ist der Zug dafür auch schon längst abgefahren. Ich tue nur das, was mir Freude bringt, ohne mich dabei einem Erfolgsdruck auszusetzten. Ehrlicherweise habe ich auch gar kein Konzept in petto und eine Marke bin ich auch nicht. Was ich tue, liebe ich durch und durch. Schreiben macht mir immens viel Spaß, Fotografieren ebenso. Und wenn ich diese Leidenschaft mit anderen teilen darf, wenn ich kundtue, was mich kreativ bewegt, wenn ich es einfach herauslasse - dann kommt damit zum Ausdruck, was mich schon immer persönlich  umtreibt und angetrieben hat. Dann ist es dieser besondere Moment, in dem meine Träume das Fliegen erlernen, Absturzgefahr inbegriffen.

 

Daher werde ich es auch nicht verhindern können, wenn der eine oder andere Traum von mir scheitert. Verwerflich ist nur, wenn man seinen Träumen nie nachgibt. Es stürzt einen schier in Verweiflung, wenn Wünsche, Sehnsüchte, ja, Träume in einem brodeln und vor Tatendrang fast schon überschwappen und man sich selbst daran verhindert, sich selbst und seine Seele geißelt.

 

 

Sicherlich braucht es sehr viel Mut, Kraft und Zuversicht und den absoluten Glauben an das eigene Können. Doch wieviel Kraft, Ausdauer, Disziplin und Leidensdruck muss man aufbringen und aushalten, wenn man sich gegen seine Träume entscheidet und für ein Leben, das den eigenen Neigungen und Vorlieben überhaupt nicht entspricht. An Letzterem geht man regelrecht kaputt.

 

Am Ende des Tages hat man nichts zu verlieren. Es begleitet einen lediglich die Angst, dass man am Leben und an sich selbst scheitern  könnte. Aber das tut man im schlimmsten Fall sowieso, denn jener Fall tritt ein, wenn man untätig bleibt, wenn man in seiner Gefühlsstarre verharrt und wenn man seine Träume einfach immer nur missachtet.

 

Bereuen tut man nur die Dinge im Leben, die man nie ausprobiert hat! Das, was man ausprobiert, ist das große Abenteuer, das sich Leben nennt!

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