20. JANUAR 2019



reisen abseits der touristenpfade

STRESSFREI UND ERLEBNISREICH DURCH DIE STÄDTE DIESER WELT

 

Wer kennt sie nicht, die überlaufenen Fußgängerzonen oder historischen Plätze an den Top Ten Reisezielen, die besonders in der Hochsaison, aber auch sonst vom Massentourist frequentiert werden. Jedes Mal ist man genervt und beinahe schon überfordert, wenn man sich mit dem Strom durch enge Straßen zwängen muss, kaum einen Platz im Restaurant ergattert, um einen herum immerzu laut schwadroniert wird, man keine Ruhe bekommt und letztendlich das Gefühl hat einen Sightseeing Marathon der Superlative zu laufen, anstatt auf entspannte, ungestörte und erlebnisreiche Erkundungstour zu gehen.


Selten hat man noch die Chance gegen das Massenaufgebot anzukommen, zumal man meistens gezwungen ist, dann zu Reisen, wenn gerade alle unterwegs sind. Städte, wie Rom, Paris, London, Berlin, München oder Hamburg braucht man da wahrscheinlich schon gar keinen Besuch mehr abstatten. Es wird eh zu stressig, überlaufen und hektisch sein, mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass man auch in den Lokalitäten kaum ein Bein an die Erde bekommen wird.


Lohnt es sich da überhaupt noch, diese touristischen Perlen aufzusuchen?

 

Die Antwort lautet: Ja, es lohnt sich immer. Mit ein paar Einschränkungen zwar, doch mit der richtigen Einstellung und praktischen Tipps kann man auch in unserer heutigen Zeit noch abseits der Touristenpfade auf entspannte Entdeckungsreise gehen.


1. In der Nebensaison reisen...


...bedeutet, nicht zu den Hauptstoßzeiten mit allen anderen unterwegs sein. Dann nämlich, wenn Familien mit ihren Kindern in den Urlaub müssen, wird es für alle anderen so ziemlich eng. Ruhiger und gelassener reist man tatsächlich, wenn die offizielle Ferienzeit vorbei ist. Günstiger wird es ebenfalls, denn die Hotels sowie alle anderen Reiseunternehmen sind nun nicht mehr so stark ausgelastet und müssen ihre Preispolitik attraktiver gestalten. Ein weiteres Plus ist auch, dass die Gastgeber am Urlaubsort sich nun deutlich besser und zuvorkommender um ihre Gäste bemühen können.

 

Die Fließbandabfertigung des Massentourismus kommt in der Nebensaison nicht mehr zum Einsatz. Einziger Wermutstropfen: das Wetter, je nachdem, wo man urlaubt. Das muss aber nicht die gute Laune vermiesen, denn mittlerweile hält sich auch das Wetter nicht mehr so strikt an die Jahreszeiten. Ich selbst habe einmal wunderbare Wanderwochen, mit ganz viel Sonnenschein und moderaten Temperaturen im Dezember in Südtirol erlebt.

 

2. Der frühe Vogel fängt den Wurm


Will man nicht mit den Touristenansammlungen durch übervolle Städte auf Erkundungstour gehen, hilft nur ein probates Mittel. Mit den Hühnern aufstehen oder als früher Vogel den Wurm fangen. Soll heißen, dass man sich bereits in der Morgendämmerung auf Entdeckungstour begibt. Fotografiert man gerne, ist das sogar ein triftiger Grund, um in den leeren Gassen und auf öffentlichen historischen Plätzen die schönsten Motive zu schießen, ohne das Grundrauschen der sich ins Bild schiebenden Touristenköpfe zu erleben. Was könnte außerdem noch schöner sein, als mit der aufgehenden  Sonne in den Tag zu starten. Für herausragende Fotografien benötigt man sogar dieses fotogene frühmorgendliche Licht.

 

3. Sich abseits der Hauptattraktionen verirren


Mit dem Strom schwimmen viele. Doch wer dagegen ankämpft, kann sich auf Abwegen verirren und aufregendes entdecken. Daher empfehle ich jedem auch mal die touristischen Pfade in den Stadtzentren zu verlassen und gerade in die kleineren Gassen abzubiegen. Dort eröffnen sich oftmals ganz neue Welten und der Zauber einer Stadt entfaltet sich gerade dort, wo sich die wenigsten Touristen tummeln.

 

4. Langes Anstehen vor den Museen vermeiden


Nicht immer funktioniert das. Entweder man ist ganz früh dran und steht schon eine geraume Zeit vor Öffnung der Museeumspforten als erster in der Warteschlange. Ansonsten hat man die AKarte gezogen, wenn man spät dran ist. Dann kann man nur noch warten - und das häufig sehr, sehr lange.


Warum nicht einfach bei den jeweiligen Einrichtungen Karten Vorreservieren. Viele Museen Deutschlandweit und in Europa bieten auf ihrer HOmepage einen Ticketservice an, der es einem ermöglicht schon Wochen im Vorraus seine Eintrittkarte für einen bestimmten Tag zu buchen. Im Vatikan in Rom ist das äußerst praktisch, denn man überspringt ganz galant die wartende Menschenschlange, die sich schon frühmorgens etliche Meter lang zieht und zieht und zieht!

 

5. Restaurants außerhalb des Zentrums aufsuchen


Es ist doch allseits bekannt, dass die Restaurants im Zentrum schlichtweg als Touristennepp bekannt sind. Nicht alle wohlgemerkt. Doch das ursprüngliche, das solide, qualitativ gute Essen bekommt man nie wirklich dort, wo alle hineinströmen. Gute Lokale sucht man im besten Fall immer abseits des Zentrums, in kleineren Gassen oder sogar im nächsten Bezirk einer Stadt. Dafür muss man einen Weg oder eine U-Bahn Fahrt auf sich nehmen. Höchstwahrscheinlich sitzt man dann auch nicht in exponierter Lage auf der großen Plaza mit Blick auf irgendeine tolle Sehenswürdigkeit. Sei es drum. Solange das Essen stimmt, ist der Urlaub schon mal halb gerettet.

 

6. Ausflüge in das Umland machen


Wer nach ein paar Tagen genug hat vom Trubel der Großstadt, der hat meistens die Option, auch mal das nähere Umland zu erkunden. Selten landet man irgendwo in einer Pampa, denn die Großstädter haben schließlich auch ihre Naherholungsgebiete, die sie an den Wochenenden nutzen, um sich von der Hektik der Stadt zu lösen. Vielerorts kann man in der näheren Umgebung, zumindest in Deutschland, Wandergebiete oder Seen vorfinden, die ebenfalls Touristenmagneten sind, aber nicht ganz so überlaufen, wie die Großstadt. Dort kann man dann wieder richtig durchatmen und sich sogar sportlich ertüchtigen. So nimmt man das Gesamtpaket von Stadt und Land mit und macht sich selbst ein konkretes Bild darüber, was die Region dem Städter an Lebensqualität bietet.

 

7. Sich Treiben, nicht stressen lassen!


Muss ich denn jede Sehenswürdigkeit abklappern. Ist es tatsächlich so erstrebenswert, hier ein Foto vom Eiffeturm, dort ein Selfie vom L´arc de Triompe gemacht zu haben, nur um zuhause beweisen zu können, dass ich dort war. Geht es wirklich nur darum? Oder will ich einfach nur mal in die fremde Stadt abtauchen, die Kultur, die Menschen, das Lebensgefühl einfangen? Dann kann ich auch anders vorgehen und mich sanft mit dem Rhythmus der Menschen treiben lassen.


Dabei kann es durchaus spontan werden. Brauche ich wirklich einen Plan, um hektisch alle historischen Highlights abzulaufen. Sicherlich nicht. Ich nehme mit, was ich kriege und sehe vielleicht sogar noch so viel mehr Originelles, Typisches und Unverwechselbares, was der gemeine Tourist mit seiner Scheuklappenmentalität erst gar nicht entdecken wird.


Meistens steuert man ganz automatisch auf die schönsten Flecke einer Stadt oder eines Ortes zu, ohne sich krampfhaft an den Stadtplan halten zu müssen. Mit offenen Augen sieht man definitiv mehr, als mit dem Handy in der Hand nach den Most instagrammable places suchend.


Mit diesen Tipps kann man sich seine Städtetrips wirklich so organisieren, dass man nicht das Gefühl hat, inmitten der Touristentrauben auf vorgefertigten Routen zu wandeln. Dann erlebt man auch das Besondere, das Einzigartige einer Stadt, ohne sich dabei stressen zu lassen. Probiert es doch einfach mal aus.

 

 

Eure